Do you remember? Dream-Team: Gottesdienste mit ehemaligen Michaelis-Pastor*innen im August

Maike Bendig, Eva Fitschen, Tilman Lautzas und Thomas Lienau-Becker waren Ende der 90er Jahre als Pastor*innen in Michaelis tätig. Augenzwinkernd das „Dream-Team“! Im August werden sie in Michaelis sein.

Am 9. August gestalten Eva Fitschen und Thomas Lienau-Becker gemeinsam den Gottesdienst. Es folgen Tilman Lautzas am 23. August und Maike Bendig am 30. August.

Lesen Sie, was Sie zu ihrer Zeit bei uns in Erinnerung behalten haben.

Eva Fitschen schreibt: „In Michaelis bin ich in meiner beruflichen Tätigkeit sozusagen erwachsen geworden. Ich habe sehr gern mit mehreren Kolleg*innen zusammengearbeitet, bisweilen haben wir uns zusammen mit den Vikar*innen eine Kanzel zu siebt geteilt. Jetzt habe ich in „meinem“ Kirchspiel Krippehna (Anmerkung: in Sachsen) zehn ganz für mich allein... Besonders beeindruckt und nachhaltig geprägt hat mich die Vielfalt: die Freiheit bei der Gottesdienstgestaltung, die vielerlei musikalischen Möglichkeiten in Zusammenarbeit mit der Kantorin, die Begleitung der Kita und des Altenheimes, die Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen ebenso wie mit vielen Ehrenamtlichen, die kompetente, sorgfältige Leitung der Gemeinde durch einen ehrenamtlichen Vorsitzenden, die Feste, die wir ausgerichtet und zusammen gefeiert haben, dass ich meine drei Kinder in meiner Zeit in Michaelis bekommen habe und immer Unterstützung hatte, mit drei Kindern weiterzuarbeiten, selbst als eines davon sehr krank wurde (zum Glück aber inzwischen gesund und munter durchs Leben geht!)“

Auch Maike Bendig betont die Vielfalt: „Ich war von 1996-2006 in der Gemeinde. Beeindruckt hat mich schon damals die Vielfalt an Gruppen und Möglichkeiten, die Offenheit für unterschiedliche Lebensentwürfe und ja, auch unser wohl legendäres Pfarrteam.“

Offenheit hat auch Thomas Lienau-Becker erlebt: „Mich hat immer sehr berührt, wenn Menschen aus der Gemeinde mir vertrauten und von ihrem Leben erzählten. Und da gab es eben ganz unterschiedliche „Narrative", wie wir es heute nennen. Und dann die besonderen Höhepunkte: Feiern mit den Mitarbeitenden, Goldene Konfirmationen, Jugend-Musicals und die Arbeit mit Konfirmanden*innen, Kindern und Jugendlichen.“

Tilman Lautzas erinnert sich gerne daran, dass seine ganze Familie in der Gemeinde leben und mitwirken konnte. Besonders beeindruckt hat ihn die schöne, jahrelange Zusammenarbeit mit Jugendlichen bei den Musicals im „Network“-Projekt, die Teamarbeit und gegenseitige Beratung sowie Unterstützung, die ehrenamtliche Arbeit des Kirchenvorstands, insbesondere des Vorsitzenden Gerhard Voigt, die Kirche und die konsequente Pflege der Gebäude. Lange Zeit war das besondere Gottesdienstkonzept ein Alleinstellungsmerkmal von Michaelis.

Maike Bendig meint: „Wir haben an den Sonntagen unterschiedliche Liturgien entworfen und gefeiert. Das war damals innovativ.“

Ehrlich ist Eva Fitschen, wenn sie schreibt: „Die Form der sog. besinnlichen oder meditativen Gottesdienste war und ist nicht mein Ding. Die muss ich nun nicht mehr machen“.

Maike Bendig legt sich dazu nicht fest: „Was ich zurückgelassen habe, müssen wohl eher andere sagen. Wir haben als Pfarrteam in all unserer Verschiedenheit die Gemeinde, also die Menschen, begleitet und auch den Stadtteil mitgestaltet. Manche Jugendliche sind bei der Kirche geblieben, ein paar haben kirchliche bzw. soziale Berufe ergriffen. Das ist schön.“

Auch Thomas Lienau-Becker fallen die Menschen ein: „Die Menschen, mit denen ich in Michaelis zu tun hatte, habe ich lange vermisst. Und mich sehr gefreut, viele davon noch einmal zu sehen, als ich im letzten Jahr dort Gottesdienst gehalten habe.“

Wie prägend Michaelis für die drei war, wird deutlich, wenn er schreibt: "Michaelis war meine zweite Pfarrstelle, ich war dort also nicht mehr Anfänger. Das war gut, und ich habe hier auch noch sehr viel gelernt. Besonders schön war die Zusammenarbeit in einem großen Team; ich bin bis heute der Meinung, dass es besser ist, zusammen zu arbeiten als allein. Und dass ich – obwohl es sich von meinen Lebensverhältnissen erstmal nicht nahelegte – in Michaelis für die Arbeit mit Kindern und Familien zuständig wurde, war eines der größten Geschenke meines Berufslebens!“

Tilman Lautzas hat viel Herzblut in Michaelis zurückgelassen. Auch Teile der Jugendliturgie, die er damals geschrieben hatte und die immer noch manchmal gesungen werden: „Zu dir kommen wir …“ und „Gott des Himmels, Gott der Erde …“

Maike Bendig würdigt: „Michaelis war meine erste Gemeinde, in die ich als junge Pastorin zugewiesen wurde. Ich war also die jüngste, und weil wir in den 90er Jahren viele Anwärterinnen waren, kam ich über das so genannte Junior-Senior-Modell mit Pastor Karsten Sohrt in die Gemeinde. Es war super, langsam in die Arbeit einer Pastorin hineinzuwachsen, alles ausprobieren zu dürfen. Aus der Zeit nehme ich mit, dass ein tolles Team auch tolle Arbeit machen kann. Ich nehme mit, dass kirchliche Arbeit vom Miteinander vieler Haupt- und Ehrenamtlicher gelingt. Heute versuche ich als Gemeindeberaterin Teams zu stärken und in den Gemeinden dafür zu werben, sich gegenseitig bei Projekten zu unterstützen.“

So sieht es auch Eva Fitschen: „Mitgenommen habe ich die Sehnsucht nach der Arbeit im Team und die stete Suche, dies auch hier umzusetzen. Hier auf dem nordsächsischen Land sind wir alle Einzelkämpfer*innen. Umso mehr habe ich die Zusammenarbeit und das gute kollegiale Miteinander auf regionaler Ebene schätzen und pflegen gelernt. Für die ehrenamtliche Leitung der Gemeinde habe ich mich aus der guten Erfahrung in Michaelis hier sehr eingesetzt und bin sehr dankbar, dass es auch hier einen sehr engagierten ehrenamtlichen Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates (Kirchenvorstandes) gibt.“

Die Jugendarbeit mit Teamern hat Tilman Lautzas viel Freude gemacht und war auch sehr erfolgreich. „Dieses Modell haben wir in meiner Zeit als Landesjugendpastor weiterentwickelt und die „Teamercard“ als Ehrenamtszertifikat nordkirchenweit etabliert, unterstreicht Tilman Lautzas. „In der Trinitatisgemeinde habe ich das auch während der Coronazeit noch einmal ausprobieren dürfen“, freut er sich. Tilman Lautzas ist weiterhin aktives Mitglied der Gemeinde und der Koordinator des Demokratieprojektes Kiel-Hassee.

Die vier Pastor*innen aus dem „Dream-Team“ freuen sich, Sie und euch in den Gottesdiensten im August zu treffen.

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