Was wird aus dem Küsterhaus? Das neue Gemeindehaus!

Pressemitteilung des Kirchenkreises Altholstein

Die Michaelis-Kirchengemeinde im Kieler Stadtteil Hassee möchte das historische Küsterhaus von 1911 in den kommenden Jahren umfassend sanieren und künftig als Gemeindezentrum nutzen. Das ist Teil eines Gebäudekonzeptes, das die Kirchengemeinde jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Es sieht darüber hinaus vor, einen Versammlungsraum in der Michaeliskirche und einen Verbindungsbau zwischen Kirche und Küsterhaus zu schaffen. So soll das Ensemble, das seit März 2025 als Kulturdenkmal gilt, auch praktisch eine Einheit bilden.

„Wir wollen Altes bewahren und gleichzeitig neu aufbrechen“, fasst Pastorin Susanne Sengstock die Absicht des Projekts zusammen. Ausgehend von der Tatsache, dass die evangelische Kirche in Zukunft weniger Mitglieder haben wird, hat der Michaelis-Kirchengemeinderat intensiv beraten, welche Konsequenzen sich daraus für den Gebäudebestand der Kirchengemeinde ergeben. Nicht nur, dass weniger Mitglieder in der Regel weniger Platz benötigen: „Wir haben neben dem dringend sanierungsbedürftigen Küsterhaus noch das Gemeindehaus. Auch das muss früher oder später saniert werden. Dafür reichen die finanziellen Mittel unserer Kirchengemeinde nicht aus“, erklärt Sengstock in ihrer Funktion als Vorsitzende des Kirchengemeinderates.

Pastorin Susanne Sengstock (links) und Architektin Christina Schoennagel stellen die Sanierung des Küsterhauses (links im Hintergrund) vor.

Die Entscheidung für das Küsterhaus bedeutet im Umkehrschluss für das bisherige Gemeindehaus: Die Kirchengemeinde wird es an eine Bau- und Immobiliengesellschaft abgeben. Auf dem Grundstück sollen dann Wohnungen und neue Räume für die Ev. Kita Michaelis entstehen. „Hier passiert voraussichtlich vor dem Jahr 2031 nichts“, stellt die Pastorin klar. Erst wenn die Gruppen der Kirchengemeinde und alles, was damit zusammenhängt, in das sanierte Küsterhaus umgezogen sind, kann ein Neubau angegangen werden. „Die Kirchengemeinde bleibt Eigentümerin des Grundstücks, das wir in Erbpacht vergeben. Die Einnahmen daraus tragen zur Sanierung des Küsterhauses bei.“

Dieses Gebäude möchte Architektin Christina Schoennagel behutsam an die neuen Bedürfnisse anpassen. „Die Grundstruktur des Hauses oder auch das alte Treppenhaus bleiben erhalten“, betont sie. „Zusätzlich entsteht im Innenhof ein weiteres Treppenhaus, das zusammen mit einem Aufzug die Barrierefreiheit auf allen Geschossen sicherstellt. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt.“ Über den Innenhof und durch einen Verbindungsbau gelangt man künftig auch in die Kirche. Dort befindet sich im Seitenschiff dann ein großer Versammlungsraum. „Das war bereits in den ursprünglichen Plänen der Michaeliskirche so vorgesehen. Insofern gehen wir back to the roots“, freut sich die Architektin.

Außerdem möchte Schoennagel die eher unansehnliche Toreinfahrt zum Küsterhaus in einen einladenden Eingangsbereich umgestalten.

Rund 1,7 Millionen Euro investiert die Kirchengemeinde in das Projekt. Es wird Schritt für Schritt in drei Bauabschnitten realisiert: zunächst das Küsterhaus, dann der Innenhof und schließlich die Anpassungen an der Michaeliskirche. Ende 2030 soll es fertiggestellt sein. Pastorin Sengstock ist überzeugt: „Das ist ein zukunftsweisendes Projekt. Es ist passend für die Kirchengemeinde und genau richtig für unseren Stadtteil Hassee.“

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