Lernen mit Rückenwind

Ist es wirklich schon Zeit, zurückzuschauen? Zu sehen, was alles hinter mir liegt, was ich in der Michaelis-Kirchengemeinde mit all ihren tollen Gemeindemitgliedern und Aktiven erlebt habe? Zwei Jahre sind eine lange Zeit und doch so schnell verflogen.

 

Erinnerungen werden mich begleiten: Ich erinnere mich an Aufwärmübungen im Chor Jump for Joy mit allerlei „u“ und „a“; an den österlichen Radiogottesdienst und die gebannten Blicke auf das rote Licht, Anzeige für den Beginn der Aufzeichnungen; an feministische Diskussionen beim Frauenfrühstück.

 

Da war das heitere Lachen beim Besuch in unserer Drachenseegruppe. Die Kirche bei Nacht, voller Schlafsäcke der Konfis, die es sich gemütlich gemacht haben. Ich erinnere mich an „Halleluja“ in der Christnacht und Gespräche auf dem Podium über den Zauber von Weihnachten, genauso wie an Schüler*innen der Christlichen Schule, die mit mir gemeinsam den Friedensgottesdienst 2025 gestaltet haben.

 

Ich erinnere mich an Seifenblasen als Segens-Gruß für die Sommerferien; Lagerfeuer am Strand in Eckernförde; auch an gute Gespräche im Gemeindebüro, während im Nachbarzimmer der Drucker brummt.

 

Ich erinnere mich an einen Gottesdienst mit Kresse als Give Away – und ich habe die Kresse vergessen zu kaufen. Dann so viele tolle Spaziergänge am Sonntag Mittag mit Menschen aus unserem Stadtteil. Intensive, aber immer heitere Abende mit dem KGR und wohlüberlegte Weichenstellungen für die Zukunft. Nicht zuletzt erinnere ich mich an viele Packungen Kekse und Naschkram, um in langen Sitzungen durchhalten zu können.

 

Ich erinnere mich an Sekt und Wunderkerzen am Altjahresabend, gemeinsam im Turmraum der Kirche; an Basteln und Malen und Filme drehen im Jugendkeller mit den Konfis; Da waren die Wattewölkchen für die Kita-Kinder an Himmelfahrt. Die Namen der Verstorbenen im Gottesdienst und Kerzen in der Hoffnung auf die Auferstehung. Das berührende Beten und Singen, von alten und neuen Liedern. Kinder, die mit mir den Tisch gedeckt haben für das Abendmahl – bei einem etwas ausufernden Gottesdienst an Erntedank.

 

Das alles und noch viel mehr packe ich in meinen Koffer und nehme ich mit nach Flintbek, wo ich ab dem 1. November Pastor sein werde. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, aber vor allem dankbar für all die Momente mit tollen Menschen. In guter Hoffnung, dass Gott auf allen unseren Wegen mitgeht und uns wieder zusammenführen wird, sage ich zum Abschied in guter nordfriesischer Manier: Erstmal!