Prävention

Was uns stark macht, macht uns gleichzeitig auch angreifbar


"Die Ergebnisse der ForuM-Studie1 führen uns überdeutlich vor Augen, dass wir uns mit offenen und verdeckten Machtstrukturen in unserer Kirche auseinandersetzen müssen", betonte Kristina Kühnbaum-Schmidt, Landesbischöfin der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland, nach der Veröffentlichung im Januar 2024. Es gehe auch um eine intensive Befassung mit den Themen Sexualität, Gewalt, Macht und Geschlecht und deren kritische theologische Reflexion. "Dazu brauchen wir neben den gesetzlichen Regelungen in unserer Kirche, die wir mittlerweile haben und konsequent anwenden, einen grundlegenden Kulturwandel", so die Landesbischöfin.


Die Arbeitsgruppe Prävention in Michaelis hat sich 2026 neu aufgestellt und die Arbeit wieder aufgenommen. Die Gruppe aus Haupt- und Ehrenamtlichen wird in den nächsten Monaten herausarbeiten, welche schützenden Strukturen wir bereits haben und wo wir nachbessern müssen, damit unsere Gemeinde ein „Schutz- und Kompetenzort wird, an dem alle Beteiligten sicher vor Gewalt und der Verletzung ihrer persönlichen Rechte sind und an dem Menschen in schwierigen Lebenslagen kompetente Hilfe und Unterstützung finden können“.  (Zitat aus dem Flyer zum E-Learning-Modul der Kirchenkreise Altholstein und Rendsburg-Eckernförde)


Um möglichst viele Blickwinkel zu erhalten, werden Mitglieder der Arbeitsgruppe gezielt in Gemeindegruppen gehen und dort um Rückmeldungen bitten. Außerdem werden von Oktober bis November Fragebögen in der Kirche ausliegen, auf denen Sie uns anonym Ihre Einschätzungen und Wahrnehmungen mitteilen können. So helfen Sie dabei, blinde Flecken zu vermeiden und die spezifischen Risiken für Grenzverletzungen bis hin zu sexualisierter Gewalt in unserer Gemeinde aufzudecken.


Ziel der Risikoanalyse ist es herauszufinden, welche Bedingungen von Tatpersonen ausgenutzt werden können, eine frühzeitige Aufdeckung von Fehlverhalten verhindern oder ein sich Mitteilen von Betroffenen erschweren. Darauf aufbauend wollen wir dann gemeinsam ein Schutzkonzept entwickeln, das diese Risiken minimiert, um die Strategien von Tatpersonen künftig ins Leere laufen zu lassen und das dazu beiträgt, eine Kultur der Achtsamkeit in unserer Gemeinde zu etablieren.

1 „ForuM – Forschung zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland“


Wenn Sie unangemessenes Verhalten beobachtet oder erlebt haben, wenn Sie jetzt oder in der Vergangenheit von Gewalt betroffen sind, ist die Meldestelle Sexualisierte Gewalt des Kirchenkreises für Sie da:

Rosanna Nicolo
0176 – 89 93 43 55
meldung@altholstein.de

Sie können sich auch wenden an:

UNA – Unabhängige Ansprechstelle
0800 0 22 00 99 (kostenfrei)
una@wendepunkt-ev.de

Vertraulich und kompetent erhalten Sie dort Unterstützung.