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Ev.-Luth. Michaelis-Kirchengemeinde Kiel Hassee

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Textversion Podcast-Gottesdienst am 11. April 2021

 „Herzlichen Dank!“ an Kerstin, Merle und Volker Quellmann sowie an Daniela und Björn Brusgartis für die musikalische Gestaltung,

und an Joachim Voesch für die Lesung und die technische Unterstützung

sagt Pastor Matthias Schlenzka  

 

EG 108 Mit Freuden zart zu dieser Fahrt

1. Mit Freuden zart zu dieser Fahrt

lasst uns zugleich fröhlich singen,

beid, groß und klein, von Herzen rein

mit hellem Ton frei erklingen.

Das ewig Heil wird uns zuteil,

denn Jesus Christ erstanden ist,

welchs er lässt reichlich verkünden.

 

2. Er ist der Erst, der stark und fest

all unsre Feind hat bezwungen

und durch den Tod als wahrer Gott

zum neuen Leben gedrungen,a

auch seiner Schar verheißen klar

durch sein rein Wort, zur Himmelspfort

desgleichen Sieg zu erlangen.

 

3. Singt Lob und Dank mit freiem Klang

unserm Herrn zu allen Zeiten

und tut sein Ehr je mehr und mehr

mit Wort und Tat weit ausbreiten:

so wird er uns aus Lieb und Gunst

nach unserm Tod, frei aller Not,

zur ewgen Freude geleiten.

 

Predigt (1)

Gnade sei mit euch von Gott unserem Vater durch unseren Heiland Jesus Christus - AMEN

Da sind sie wieder. Sind da, wo sie hergekommen waren, die Freunde von Jesus. Die tolle Zeit mit Jesus war vorbei. Die große Aufregung hat sich allmählich gelegt, die Aufregung über den Tod,  auch über die seltsamen Erscheinungen nach Ostern. Und ganz allmählich, aber unaufhaltsam machte sich wieder der Alltag breit.

Sie waren also wieder zurück zuhause, bei ihren Leuten, und – so stelle ich es mir vor - sie bekamen wohl manch hämische Bemerkung zu hören wie "Na, wieder da? Wir dachten, ihr hättet Großes vor?" oder "War wohl nix mit diesem Jesus, was?"

Doch die gemeinsame Zeit hatte die Freunde eng miteinander verbunden, und so trafen sie sich immer wieder, um über das Vergangene zu reden.

Aber auch die Zukunft musste in den Blick genommen werden: „Ich geh wieder fischen", stellte Petrus fest. „Das habe ich gelernt, und damit kann ich mein Brot verdienen." Bei Petrus klingt das so, als blende er trotzig die Zeit mit Jesus aus, als knüpfe er wieder dort an, wo alles mal angefangen hat, damals beim Fischen am See.

Doch jetzt der Alltag, der manchmal so grau und leer daherkommt mit nichts Besonderem mehr, mit immer dem gleichen Trott.

So auch an diesem Abend: Sie schwiegen sich an beim Klarmachen des Bootes. Und dann liefen sie aus. Schwiegen, bis sie weit genug draußen waren, um die Netze auszuwerfen.

"Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch, hat er uns gesagt“, sagte plötzlich Jakobus, und Thomas meinte: „Da können wir aber doch nicht einfach nur fischen gehen. „Aber wir müssen Fische fangen, um zu leben“, meinte Nathanael. Doch er gäbe Thomas Recht, dass sie, die Jünger, da weitermachen müssten, wo Jesus aufgehört habe.

„Er hat nicht aufgehört“, protestierte Jakobus, „er hat uns als seine Nachfolger eingesetzt. Und er ist bei uns, das spüre ich. Wird uns Kraft geben, wenn wir mal nicht weiterwissen, und uns dann an sich erinnern." –

Petrus, der am Ruder saß, spürte eine Veränderung der Stimmung bei den anderen, ein leichter, freudiger Mut schien sich breit zu machen,  bei den anderen - aber nicht bei ihm. „Jerusalem, das ist der sichere Tod für uns alle. Lieber bleibe ich im Haus meiner Schwiegermutter, als dass ich nach Jerusalem zurückgehe."

Die übrigen schwiegen betroffen. Was war bloß los mit Petrus? War er nicht immer besonders stark gewesen - oder hatte er bloß immer nur starke Worte gebraucht? War er nicht oft wie ein Haudegen aufgetreten - oder hatte er darunter vielleicht jämmerliche Angst verborgen? War auf ihn kein Verlass mehr - oder etwa nie gewesen?

Dass er Jesus verleugnet habe, drei Mal sogar, wurde erzählt. Alle hatten das für ne üble Verleumdung   gehalten. Aber nun erschien es ihnen auf einmal möglich und Petrus erschien ihnen in neuem Licht. Er hatte seine Maske fallen lassen, zeigte sich den anderen unbeschützt, wie nackt, und sie sahen ihn, wie er war, sahen ihn alt, klein, ein bisschen feige und ziemlich kleinlaut und  verzagt.

Als es kalt und langsam ein wenig hell wurde, holten sie die Netze ein; die Zusammenarbeit klappte auch ohne Worte. Aber die Netze waren leer, kein noch so kleiner Fisch war ihnen ins Netz gegangen. Frierend, hungrig, müde und enttäuscht ruderten sie zurück. Ein Feuer brannte an Land, und sie hielten direkt darauf zu. "Na, nichts gefangen?" rief jemand vom Ufer, als sie sich näherten, „versucht es hier doch noch mal, hier steht ein großer Schwarm.“ Freundlich, ja seltsam vertraut klang diese Stimme.

Und sie ging den schweigenden Männern da in ihren Booten direkt ins Herz. „Was soll’s. Versuchen wir’s halt mal,“ murmelte Petrus, „schaden kann’s auch nicht mehr.“

Und plötzlich: So voll waren die Netze, dass sie zu zerreißen drohten. Mit letzter Kraft gelang es ihnen, die prallvollen Netze ins Boot zu hieven.

Wer war das, der geheimnisvolle Mann am Ufer?Es war noch nicht hell genug, um den Fremden zu erkennen, der sich im Dunkeln hielt. Auf dem Feuer briet ein Fisch, daneben röstete ein Fladenbrot. Der Fremde forderte sie auf, noch ein paar Fische zu bringen. Die Männer wärmten ihre vor Kälte steifen Glieder am Feuer, der Duft bratender Fische schürte ihren Hunger. Sie blickten in die Flammen. Bald brach der Fremde das Brot, verteilte die Fische, und alle aßen. Dann reichte der Fremde noch einen Krug mit Wein herum - und war plötzlich verschwunden im Zwielicht des dämmernden Morgens.

 

Lesung aus dem Johannesevangelium Kap 21:

1 Später zeigte sich Jesus seinen Jüngern noch einmal am See von Tiberias. Das geschah so:

2 Einige von ihnen waren dort am See beisammen – Simon Petrus, Thomas, der auch Zwilling genannt wurde, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne von Zebedäus und zwei andere Jünger.

3 Simon Petrus sagte zu den anderen: »Ich gehe fischen!«

»Wir kommen mit«, sagten sie. Gemeinsam gingen sie zum See und stiegen ins Boot; aber während der ganzen Nacht fingen sie nichts.

4 Es wurde schon Morgen, da stand Jesus am Ufer. Die Jünger wussten aber nicht, dass es Jesus war.

5 Er redete sie an: »Kinder, habt ihr nicht ein paar Fische?«

»Nein, keinen einzigen!«, antworteten sie.

6 Er sagte zu ihnen: »Werft euer Netz an der rechten Bootsseite aus! Dort werdet ihr welche finden.«

Sie warfen das Netz aus und fingen so viele Fische, dass sie das Netz nicht ins Boot ziehen konnten.

7 Der Jünger, den Jesus besonders lieb hatte, sagte zu Petrus: »Es ist der Herr!«

Als Simon Petrus das hörte, warf er sich das Obergewand über, band es hoch und sprang ins Wasser. Er hatte es nämlich zum Arbeiten abgelegt.

8 Die anderen Jünger ruderten das Boot an Land und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.

9 Als sie an Land gingen, sahen sie ein Holzkohlenfeuer mit Fischen darauf, auch Brot lag dabei.

10 Jesus sagte zu ihnen: »Bringt ein paar von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!«

11 Simon Petrus ging zum Boot und zog das Netz an Land. Es war voll von großen Fischen, genau hundertdreiundfünfzig. Aber das Netz riss nicht, obwohl es so viele waren.

12 Jesus sagte zu ihnen: »Kommt her und esst!«

Keiner von den Jüngern wagte zu fragen: »Wer bist du?« Sie wussten, dass es der Herr war.

13 Jesus trat zu ihnen, nahm das Brot und verteilte es unter sie, ebenso die Fische.

Predigt (2)

Thomas, der zwischen Nathanael und Jakobus stand, legte beiden einen Arm um die Schulter. Bald standen alle sieben im engen Kreis um das noch glimmende Feuer, und es war ihnen, als lodere in ihren Herzen auch ein Feuer. „Wir sind der harte Kern“,  sagte Petrus, „wir halten zusammen. Und wir halten auch die andren zusammen. Zum Fischen taugen wir nicht mehr. Aber hat er nicht gesagt: ‚Von nun an wirst du Menschen fischen?‘ Das wollen wir tun." Und die anderen bekräftigten das mit einem lauten

„AMEN“.