Weltbegetstag

Jedes Jahr am ersten Freitag im März feiern Menschen weltweit den Weltgebetstag (WGT). Jedes Jahr kommt der Gottesdienst – von einem internationalen Komitee festgelegt – aus einem anderen Land. 2024 kommt der WGT aus Palästina. Palästinensische Chris*tinnen haben die Liturgie erarbeitet. Die Frauen erzählen von ihrem Glauben, ihrem Alltag und der Friedenssehnsucht nach mehr als 50 Jahren israelischer Besatzung. Sie haben ihrem Gottesdienst das Motto „…durch das Band des Friedens“ gegeben.

Seit den unfassbaren Terrorakten der Hamas vom 7. Oktober 2023 und den Militäreinsätzen Israels im Gazastreifen mit tausenden Toten klingt es wie eine Illusion: Frieden im Heiligen Land. Ein Leben, in dem „Gerechtigkeit und Frieden sich küssen“, wie es in Psalm 85 der Gottesdienstliturgie für 2024 heißt, ist eine ferne Vision. Und doch ist eine Vision, an der der WGT, und damit weltweit mehrere Millionen Menschen, in einer einzigartigen Gebetskette rund um die Welt festhält.

Derzeit wird die deutsche Übersetzung der Gottesdienstliturgie überarbeitet. Durch den Terrorangriff der Hamas haben sich der Bezugsrahmen und die Deutungs-möglichkeiten zum Thema Israel-Palästina in Deutschland verschoben. Deshalb braucht die Liturgie eine Einordnung und Einbettung in den aktuellen Kontext. Antisemitismus hat beim WGT keinen Platz.

Wir wissen nicht, wie am 1. März die Situation im Nahen Osten sein wird. Wird weiterhin Krieg herrschen? Wird es zumindest eine stabile Waffenruhe geben? Wird ein Weg gefunden sein für eine sichere und gerechte Lebensmöglichkeit der Menschen in Israel und Palästina